Ohne die konkrete Örtlichkeit zu kennen: Die vier Isolatoren waren für den Strom, die jeweils zwei Isolatoren waren für Fernsprechnahverkehr. Hier ist zu beachten, dass so auch Stellwerke und Schrankenwärter erreicht werden mussten. Es gab zum Bau der Strecken noch keine automatisch vermittelten Telefonverbindungen. Die guten alten Hubdrehwähler mussten erst noch erfunden werden und Post und Bahn beschäftigten tausende Telefonistinnen, welche die Verbindungen herstellten. Das änderte sich nach 1908 erst langsam (da wurde die automatische Vermittlung serienreif) und es dauerte bis in die 1960er Jahre, bis dann endlich die kleinen Vermittlungen automatisiert wurden. In der DDR dauerte es sogar noch bis in die 1980er Jahre, allerdings war die Bahn schnelller.
Von einem Bahnhof gingen mehrere Leitungen zum Beispiel zu den Stellwerken an den Einfahrten, aber auch zu den Streckenposten und Schränkenwärtern ab, nicht selten auch zu den Wohnungen von Mitarbeitern, die z. B. im Winter zum Weichenfreischippen auf Abruf saßen. Da lagen zu jedem separate Telefonleitungen. Es war einfacher, eine "Dame vom Amt" im Bahnhof zu haben, als mehrere unterwegs, die dann Gespräche über eine Leitung weiterschalten konnten. Bahnhöfe waren somit immer ein Zentrum eines Telefonnetzes mit lokaler Bedeutung. Heute würde man das Haussprechanlage nennen.
Die Bahn betrieb immer ihr eigenes Telefonnetz, da sie extrem darauf angewiesen war und sonst massenhaft Telefonanschlüsse hätte bezahlen müssen.