MMs Modellbahnabenteuer

  • Hallo, heute eine andere Baustelle, etwas für "hintendran":

    Bei der Digitalzentrale gibt es einen Kesselwagenbausatz "Schuster & Wilhelm". Ein sehr kurzer Wagen aus der frühen Zeit.

     

    Der Bausatz ist, würde ich sagen, von mittlerer Schwierigkeit. Mit einem bißchen Übung am Lötkolben ganz gut baubar.

     

    Für den Kleinkram braucht es schon mehr Nerven und eine ruhige Minute. Und solange die Anbauteile nicht fest montiert sind (nach der Lackierung), sollte man den Wagen besser nicht so fest ansehen, es ist alles sehr empfindlich.

    Tja, und wie lackiert man nun so ein Teil? Die einen sagen so, und die anderen sagen so! Ich gehöre eher zu den anderen. :hut:Schließlich wer will denn heute noch wissen, wie das damals vor 130 Jahren war, wer hat Farbfotos? Im Übrigen ist gerade dies ein Punkt, der mich besonders an der frühen Eisenbahn reizt. Also meine Wahl:

    Zur meiner persönlichen Interpretation kommt, daß ich den Wagen einer konkreten Firma auf den Modulen zugeordnet habe, ein Bahnhof, der vielleicht mal entstehen wird. Ich sehe ihn also als Privatwagen, der konkret für eine Papierfabrik Leim transportieren soll.

       

    Der Wagen ist sehr leicht, mal sehen wie er laufen wird (wer den Wagen auch bauen will, mache sich vor dem Lack Gedanken, ob er den Kessel nicht etwas metallisch füllen will).


    So, und noch ein Hänger:

    Das ist der Melassewagen von DNA, dieser wird aber (voll langweilig) nach Herstellervorgaben decoriert werden.

     

    Auch dieser Bausatz ist mit etwas Übung schnell zusammen gebraten.

     

     

    Ein bayrischer Wagen mit weißen Radreifen (naja, es ist hellgraue Grundierung). Der Sachse oben dürfte gern auch weiße Rahmenwangen haben - naja, beim Nächsten dann.

    Übrigens hatte einer der Kessel auch einen Lackschaden und wurde mit Pinsel und klarem Mattlack ausgebessert. ;)

    Gruß,
    Thomas

    ( gealtert wird später! )

  • Also ich vestehe die Kritik gerade nicht so ganz. Mir gefällt die Lok und was gibt es da auszusetzen. Schon mal eine echte Lok in solchem Licht gesehen? Da ist keine Wand glatt und ohne Beulen, aber nicht mal die sehe ich hier.

  • Ehrlich, schade um die viele Arbeit.... Schon das Anbringen der Anschriften war zuviel. Warum macht man nach so einem kapitalen Schaden beim Lackieren einfach weiter? Weils fertig werden sollte/musste ? Nich wirklich.... Ist doch eigentlich klar, das so offensichtliche Strukturen noch zusätzlich verstärkt werden. Selbst wenn's auf Treffen nicht bemerkt oder gesehen wird....Du weißt es, und wirst dich immer drüber ärgern. Mir ginge es 100% so.

    Warum eigentlich so großflächig auf schwarz abgeklebt ? Ich hätte versucht zuerst das hellere rot zu lackieren, dann eine passende Halterung aus Holz oder Styropor o.ä. innen rein, und von da zur Kante abkleben, natürlich genau andersrum wg der geraden Kante. Dann schwarz und Abklebung runter. Ggf die rote Kante mit Pinsel ausbessern.

    Vielleicht machste auch erstmal einige Tests, bzgl. wie löst sich das verwendete Abklebematerial schadfrei von anderen Lackschichten. Oder anderes nehmen. Vermutlich haftet auch die Schwarze Farbe auf dem Grund sehr schlecht. Was für Lack wurde verwendet ? Nimm doch von MMC den zwar stinkenden, aber sehr haltbaren Nitrolack. Haben auch andre Anbieter. Meine Meinung....die hoffentlich anregend hilft.

  • Hallo,

    heute gibt's mal eine kleine Bastelei zwischendurch. Und zwar habe ich eine Tür gewechselt.

    Wer die feinen Teile der Crottendorfer schonmal verbaut hat, wird das Problem der Befestigung kennen. Einfach drankleben? Nee, dann kommt man ja nicht mehr ran. Außerdem hält der "Klemmriegel" der originalen Rauchkammertür Kessel und Fahrwerk zusammen.

     

    Ich habe zwei 1mm-Messingdrähte in die Rauchkammertür gelötet. Man sieht es im ersten Bild, das sie durch gehen. Anschließend werden die Drähte ausgerichtet, bis die RKT gerade und bündig sitzt. Und etwas beschliffen für eine leichte Rastung.

    Bei Gelegenheit kommt Farbe drauf, und vielleicht noch ein paar Bilder.

    Ein schöne Wochenende gewünscht!

    Gruß,
    Thomas

    ( gealtert wird später! )

  • Hallo,

    iss schon wieder Weihnachten? Meine Güte, man fummelt, macht und tut, und kommt doch nicht vorwärts. Und zack, ist das Jahr rum. :48:

    Heute möchte ich mal die Altstoffverwertung thematisieren. In meiner Verwandtschaft gibt es einen Kellerbahner von alter Schule, mit einer Anlage, wo es ordentlich rum un' num geht. Mal ehrlich, langweilig ist das nicht. Aber gut, der Wolfgang hat mir eine seiner Lieblingsloks in die Hand gedrückt "versuch mal, ob sie wieder herzurichten ist...".

    Es geht um eine E94, eine absolute Lieblingslok von Wolfgang, kann ich verstehen. Es ist das BTTB-Modell, ich kann es trotzdem verstehen (Kindheitserinnerungen). Aber diese Lok hatte hunderte Anlagenkilometer hinter sich, man sah es ihr auch an - da war nichts mehr zumachen, ruhe sie in Frieden!

    Ich konnte mir günstig eine fast ungebrauchte BTTB-Lok besorgen (nicht bei Ebay...). Und nun wollte ich Wolfgang auch etwas an den Segnungen des technischen Fortschrittes teilhaben lassen, seine Lieblingslok halt. Das neue Modell wollte er nicht, so viel Geld usw.... Also dann los:

    Der Motorumbausatz von Ronny Roske. Mein Modell wurde vorher ordentlich getestet, die Lok muß schon gut laufen, sonst lohnt sich der Umbau nicht.

    Der Glockenankermotor viel kleiner und leichter. Und weil die Lok original schon recht leicht und kippelig ist, kann Blei nicht schaden. Das wird aber noch mehr werden. Nun geht es an die Beleuchtung, Wolfgang nimmt es nicht ganz so genau wo weißes und rotes Licht rauskommt, deshalb fällt meine Wahl auf die LED-Platinen, die es immer wieder bei Ebay gibt.

    Der Ausbruch des Lampenkörpers hängt am Lichtleiter, liegt hier nebenan, und wird dann auch wieder komplettiert. ;)

    Für den Lichtwechsel rot/weiß habe ich diese Diodenbrücke installiert.

    Soweit ist das erstmal ein ganz unspannender Umbau. Und das Dingen läuft auch deutlich besser, ja, auch etwas leiser als mit dem alten Motor, vor allem lässt sich die Geschwindigkeit nun viel geschmeidiger regeln. Die Langsamfahrt ist deutlich besser.

    Nun kam mir nebenan im Board etwas dazwischen, gefräste Fenstereinsätze von Ralf Nowak (ich glaube).

     

    Also mal ehrlich, das hebt das Projekt doch mal deutlich. Die Fenster schließen vorn bündig ab und sitzen akurat, und zwar alle. Und sie waren auch gut zu verarbeiten. Große Begeisterung, und Gruß an Ralf :hut:.

    Nun ergeben sich aber weitere Baustellen, man kann jetzt so schön in die Fenster gucken.

    Die mittlere Lok ist mein Umbaukandidat, rechts -original- gibt es keine Frontverglasung. Ich habe das Ballastgewicht bereits geschwärzt, aber so verpuffen die schönen Fenster, es braucht einen Durchblick. Hoffentlich sieht Wolfgang das auch so.

     

    Vom Ballastgewicht ist die obere Hälfte (etwa) abgesägt. Und nun habe ich aus Blechresten eine Halterung für das obere Spitzenlicht gebastelt (ja ja...). Die SMD-LED leuchtet dort in ein Röhrchen, es sollte ja keine Führerstandsbeleuchtung werden. Auf der anderen Seite habe ich -ohne Röhrchen- nur eine größere Trägerplatte für die LED verwendet, reicht auch.

    Etwas Farbe und so ein komisches Plasikpinnökel...

    Man erkennt meinen Umbaukandidaten, oder? Natürlich, die Stromabnehmer, und noch so einiges könnte man noch machen. Ich fürchte, daß solches Exterieur in Wolfgangs Händen nicht lange überleben würde. Das Licht wird Wolfgang sofort auffallen, der Lokführer und die Fenster vielleicht erst später. Ich freue mich darauf, wenn er es bemerkt ;).


    Moment, das wollte ich noch zeigen:

    Noch vor dem Fensterumbau.

    Gruß,
    Thomas

    ( gealtert wird später! )

  • Advent, Advent, fünf Lichtlein... Mist, da ist was schief gelaufen. :gruebel:

    Wer kennt diesen Effekt nicht, eine BR 118 /V180 von Tillig haben wohl die allermeisten von uns im Bestand?

    Die beiden LEDs für weiß und rot liegen sehr dicht beieinander, die Lichtleiter haben gut 1mm Abstand zu den LEDs. Da strahlt die eine LED schon mal in den anderen Lichtleiter. Und man kann sehen, daß sich da schon mal jemand mit befasst hat: Es stecken Papierstreifen zwischen beiden Lichtleitern. Viel gebracht hat das nicht. Aber die Idee ist gut. Ich habe die Papierstücke einfach geschwärzt, und noch etwas herausgezogen um den Abstand zu den LEDs abzuschirmen.

    Und das Ergebnis sieht so aus:

    Ganz weg ist das Überstrahlen noch nicht. Aber gemessen am Aufwand geht es erstmal. Nun müsste man vermutlich tiefer einsteigen und austarieren, ob die Lichtleiter genau gegenüber zu den LEDs liegen. Ich habe gerade dringendere Projekte auf dem Basteltisch, vielleicht später...

    Übrigens, die BR110 / V100 von Tillig kennt dieses Phänomen auch. Dort habe ich es so gelöst:

    Um die mittlere rote LED habe ich einen Ring von einem Schrumpfschlauch geklebt, und Ruhe ist.


    Weil ich gerade dabei bin kann ich ja noch etwas zur digitalen Lichtansteuerung bei der Tillig BR118 /V180 schreiben. Gemeint sind hierbei die frühen Versionen mit 6pol-Schnittstelle NEM651.

    Mit der 6pol-Schnittstelle können nur 2 Lichtfunktionen geschaltet werden, unabhängig vom Decoder. Und damit es trotzdem erstmal schön bunt leuchtet vorn und hinten, hat Tillig einfach mal die Weiß-LED vorn mit der Rot-LED hinten fest verbunden, und umgedreht die Weiß-LED hinten mit der Rot-LED vorn. Wenn man das über den Decoder (mit 4 Funktionsausgängen) einzeln beschalten will, muß man die Leiterzüge an 2 Stellen auftrennen und manuell verkabeln.

    Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, ich habe diese gewählt:

    Man kann die Trennung der beiden Leiterzüge erkennen. Diese führen von der Schnittstelle (beide Kontakte unten) hoch und in der Lok nach rechts, die dortige Beleuchtung ist jetzt also stillgelegt (die Plusleitung wäre ein dritter Leiterzug und ist davon unberührt). Die Lötstellen sind mit dem Glasradierer bereits blank gemacht.

    Nun werden 2 Käbelchen von den Funktionsausgängen des Decoders jeneits der Trennstellen an die beiden Leiterzüge gelötet. Fertig. Jetzt muß man sich noch den Decoder nach Wunsch "mappen", damit die Lichtfunktionen so schalten, wie man sich das vorstellt.

    Die Steckschnittstelle ist mit den beiden Käbelchen natürlich hinfällig (deswegen hat man ja später auch neue Schnittstellen entwickelt - und sich andere Probleme ins Haus geholt).

    Für die BR110 / V100 von Tillig hatte ich das schon mal hier dokumentiert, auch wieder nur für ältere Modellausführungen. Ich schätze mal (ich habe die neueren Ausführungen nicht), mit Plux und Next sollte es ohne Löten gehen?

    Nun denn, ich wünsche ein schönes Adventsleuchten allseits!

    Gruß,
    Thomas

    ( gealtert wird später! )


  • Hallöle!

    Ja, die T13, echt ein schönes Teil. Die Detailierung der neuen Modelle steigt und steigt. Manch einer mit Holzfällerhänden mag sich an dem "Fusselkram" stören, mich freut's. Meine beiden Loks haben die üblichen - ich nenne es mal - Erscheinungen, wie die Spalte unter den Wasserkästen (diese Seite nicht) und die verdrehte Rauchkammertür. Ja nun, ohne diese Erscheinungen ginge es auch, aber für mich ist es kein Grund, die Lökchens wieder herzugeben.

    Natürlich muß daran auch gefummelt werden. Der technische Aufbau ist der Kühn-94 sehr ähnlich. Öffnen lässt sich die Lok wie dort über 4 Schrauben an den 4 Ecken von unten, die elektrische Verbindung vom Fahrwerk zum "Hut" erfolgt auch hier über federnde Kontaktstifte.

    Für meine Zwecke kommt das Kupplungsgedöns ersatzlos raus. Das entstehende Loch wird mit Blei verschlossen.

    Da kommt dann noch Farbe drauf und die Frontansicht wird unterhalb der Pufferbohle ein ganz anderes Bild abgeben.

    Hinten kann ich auf den (wie bei Kühn) serienmäßigen Lautsprecher unter der Hauptplatine verzichten. Auch hier wird mit Blei aufgefüllt. Und unterhalb der Pufferbohle entsteht durch die fehlende Kinematik ebenfalls ein Loch.

    Bei der Kühn-94 ließen sich die Luftbehälter um 180° drehen und es ergab damit nach außen ein geschlossenes Bild. Hier musste eben aufgefüllt werden.

    Und nun...

    ... kommen die Laternen ab. Meine Epoche2-Maschine braucht natürlich Gaslaternen, ein Hofhund wird kaum als erste Lok auf moderne Technik umgerüstet worden sein. Mit etwas vorsichtiger Gewalt geben die Laternen dann auch irgendwann nach, nur die Käbelchen sind an den Klebestellen abgerissen. Die entsprechenden Fischerlaternen lassen sich so sehr einfach nachrüsten, kein Gefummel mit Lichtleitern, Vorwiderständen usw. Die alten Laternen ablöten und die neuen anlöten -> fertig.

    Irgendwann wird es eine entsprechende Modellausführung bestimmt auch fertig zukaufen geben, aber das ist ja langweilig, dann muß ich ja was anderes umbauen...

    Man muß die Laternenhalter lang genug lassen, weil der Kohlenkasten etwas vorsteht.

    Und vorne...

    ... steckt in der Rauchkammer ein Platinchen. Dieses herausgezogen kann man auch dort die neuen Laternen einfach umlöten. Wenn das bei anderen Herstellern doch auch so einfach ginge.

    Die Leitungsnachbildung neben dem Riffelblech kann dabei gleich mal entfallen. Der kleine Nupsi rechts zwischen den Gaslaternen (vermutlich Rauchkammerentwässerung?) hat beim Gefummel das Weite gesucht, da werde ich mal den Ersatzteilservice von Saxonia austesten müssen.

    Bei Gasbeleuchtung kann ja dann noch mehr entfallen. Die Lichtmaschine hat ihren Lagerbock angegossen (der Konstrukteur sei gesegnet und gepriesen!) und lässt sich mit einer scharfen Klinge gut entfernen. Das Anstellventil auf der anderen Domseite habe ich aber belassen, nur die Leitung abgekniffen. Eigentlich müsste die Gestaltung der Anstellventile konsequenterweise geändert werden, die preußischen Anstellventile waren viel kleiner, als diese hier.

    Für die kleinen Lackausbesserungen, die Lok hat ja auch ohne Gefummel schon ein paar kleine blanke Stellen, möchte ich diese Stifte von AK-Interactive empfehlen: Mit feiner Pinselspitze und wirklichem schwarz-matt. Schade, daß es keine Stifte in Ral 3002 und 8012 gibt.

    Für die Gasbeleuchtung braucht es auch einen Vorratsbehälter. Den hat ein guter Bekannter gedruckt, der müsste sich aber auch ganz gut aus 3-4mm Rundmaterial fertigen lassen.

    Den Behälter habe ich faulheitshalber mal auch mit dem Lackstift gefärbt. Naja, es sind ein paar Unsauberkeiten in der Oberfläche zu sehen, aber es ist eben auch mal eben fertig und ich muß nicht erst die Pruste... usw.

    Und vorn, unter der Pufferbohle wirkt es wie gewünscht sehr aufgeräumt. Die Lichtleitung auf der Heizerseite ließ sich einfach abziegen. Die Rauchkammertüre, die muß natürlich noch gerichtet werden.

    In meinem Fall (ich bin mal vorsichtig) ließ sich der Rauchkammerdeckel mit scharfer Klinge ganz gut abhebeln, die Verklebung war nachgiebig. Aber Klebeflecken können unterschiedlich ausfallen, also Vorsicht!

    Nun schrägt die Rauchkammertür in die andere Richtung... Ich muß mal Zielwasser besorgen ;-). Nummernschilder fehlen auch noch. Und so gibt es immer was zutun.

    Gruß,
    Thomas

    ( gealtert wird später! )

  • Hallo!

    Den preußischen Packwagen von Busch kennt man ja. Ich habe diesen nur umgenummert und die monströsen Schlußscheibenhalter ersetzt.

    Beim zweiten Wagen habe ich schon mehr Aufwand betrieben.

    Von Hause aus gibt's den Wagen nicht in preußisch-braun, ich habe ihn also umlackiert und beschriftet.

    Auch hier mit anderen Schlußscheibenhaltern ausgestattet (irgendein Ätzbausatz) und selbst gebastelte Griffstangen.

    Passende Reisezugwagen sind auch in Arbeit.

    Die Lok passt nun nicht mehr so gut dazu. Aber da wird sich etwas finden. ;)

    Gruß,
    Thomas

    ( gealtert wird später! )

  • Hallö!

    Bevor Piko die nächste Nummer startet, heute war wohl die Präsentation der 91.3-18, will ich mich mal um die (für mich relevante) letzte Neuerscheinung kümmern:

    Die Baureihe 62 ist mit 15 ausgelieferten Loks eigentlich kein Musthave, es sei denn, man ist warum auch immer angefixt. Für mich ist die BR62 die schönste Dampflok überhaupt.

    Die Modellausführung ist in ihren Details mal wieder ein echter Knaller geworden. So viele freistehende Leitungen und angesetzte Details, ein durchbrochener Barrenrahmen, beweglicher Schmierpumpenantrieb, Sandfallrohre bis runter zum Schienenkopf..., es gibt schon was auf's Auge. Warum aber Neubauzylinder mit genietetem Wasserkasten kombiniert wurden, was es so nur bei der 015 gab, weiß allein Piko. Vielleicht erklärt sich dieses noch, z.B. mit einem Modell der 62 015...

    Und worum muß man sich nun kümmern? Nun, es gibt da einen Punkt, auf anderen Dächern haben die Spatzen bereits gepfiffen: Der Antrieb hat Schwächen. Nach meinem Eindruck sind Pikos verwendete Motoren öfter nicht die allerbesten. Bei der BR 62 hat Piko eine besonders unglückliche Konstruktion gewählt. Also nicht falsch verstehen, "Schrott" ist es definitiv nicht. Wenn man sich das hier ansieht:

    Das ist schon eine sehr pfiffige Konstruktion, die Lok lässt sich sehr gut zerlegen. Das größte Hindernis ist, den Kessel vorn zwischen den Windleitblechen herauszufädeln. Der Motor steckt im Kessel, der Getriebeturm verläuft durch den Stehkessel, 2 Zahnräder sind im oberen Motorträger angeordnet, ein Zahnrad und das Antriebsritzel im unteren Rahmenteil. Elektrische Verbindungen von unten nach oben werden über Federkontaktstifte realisiert. Im Wasserkasten liegt die Hauptplatine, mit serienmäßigem Pufferspeicher. Dazu dann die Lichtspielerchen, für Führerstand, Feuerbüchse und Fahrwerk. Im vorderen Kessel-Ballastgewicht gibt es ein Lautsprecherfach, fertig verdrahtet. Auch unter der Haube ist echt was los. Von solcher Serienausstattung konnte der TTler vor ein paar Jahren noch nur träumen. Dahingehend bin ich echt auf Pikos heutige Neupräsentation gespannt, eine Lok von ganz anderer Wichtigkeit.

    Zurück zum Problem: Piko hat hier einen Antrieb konstruiert, der zu sehr aufdringlichen Geräuschen neigt - Kreischen. Die eine Lok mehr, die andere vielleicht garnicht.

    Ich habe die Konstruktion seziert, klemmt es irgendwo, fehlt die Schmierung? Ja, teilweise fehlt die Schmierung, und richtig leichtgängig ist der Antrieb auch nicht. Aber so richtig die Lösung war das nicht. Im Nachhinein habe ich folgenden Eindruck gewonnen, daß sich der Motor besonders leicht zu Resonanzen anregen lässt. D.h. die Ankerwelle fängt an, beim Drehen in Längsrichtung zu schwingen, und das erzeugt das Kreischen (bekannt noch von den "juten alten" Rechteckmotoren). Und zum Schwingen kommte es durch die Belastung des Antriebes, z.B. ratternde Zahnräder (Grate an den Seiten), ein klemmendes Triebwerk, die Zuglast. Ob es für dieses Verhalten nur eine Ursache gibt, oder ob es eine Kombination verschiedener Umstände ist, ließe sich wohl nur durch wissenschaftliche Untersuchungen herausfinden. Oder man tauscht ein wesentliches Element der Antriebskette, den Motor, aus. Ohnehin frage ich mich, warum Piko nicht gleich die inzwischen ja wirklich nicht mehr viel teueren Glockenankermotoren verwendet, bei all dem Aufwand?

    Also ein Glockenankermotor soll es sein. Der Umbau ist eigentlich garnicht so schwierig, man sollte halt mit Ruhe und Bedacht zu Werke gehen.

    Der Originalmotor hat etwa 10mm Durchmesser, und ist oben/unten abgeflacht. Das Fach des Motorträgers lässt knapp 9mm Platz. Ich habe mir im Fachhandel einen Glockenankermotor 0816 mit ca. 13.000U/min Nenndrehzahl besorgt, dazu eine Schnecke Modul 0,4 und ein Adapterröhrchen, um von Moterwelle außen 1,0 auf Schnecke innen 1,5mm zu kommen. Das zweite Wellenende des Motors wird abgeflext (ich habe mir ein paar Motoren auf Halde gelegt, wo man nicht weiß, ob 2 Wellenenden gebraucht werden). Zum Verbinden von Motorwelle, Röhrchen und Schnecke wird Schraubensicherung (bspw. Loctite) verwendet.

    Dann werden Röhrchen und Schnecke probegelegt, und wenn alles passt wird noch einmal montiert, diesmal mit Schraubensicherung. Vorsicht, die Schraubensicherung darf auf keinen Fall ins Motorlager gelangen! Eine Schwungscheibe ginge sicher auch zu installieren, mit zweitem Wellenende. Aber im Digitalbetrieb, bei ja serienmäßig vorhandener Pufferspeicherung, ist die Schwungmasse m.M.n. unnötig. Ich fülle den Platz lieber mit Blei.

    Nach dem Abbinden der Schraubensicherung muß der Motor im Motorträger positioniert werden, möglichst passend mit der Schnecke über dem Schneckenrad.

    Ich verwende hier gerne ein Messing-U-Profil als Positionierhilfe, das Messingprofil ließe sich auch verschrauben (dadurch lösbar) - hier ging das durch die Motorträgerform nicht. Man kann aber auch eine (Kunststoff-) Platte nehmen. Und bearbeitet diesen Träger nun langsam mit der Feile, bis der Motor richtig sitzt. Die Schnecke sollte mit wenig Spiel genau über dem Schneckenrad sitzen. Hier sieht man, sperrt der obere Motorträgerhälfte noch etwas, diese muß etwas ausgefräst werden bis alles sauber passt.


    Man sollte sich für die Positionierung Zeit und Ruhe nehmen, hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Auch die Schnecke braucht genug Spielraum, ich habe hier eine altbrauchbare mit 4,5mm Außendurchmesser verwendet, die etwas mehr Platz im Gehäuse braucht um keine Geräusche zumachen. Die 4mm-Schnecke aus den Programmen von Ronnie Roske und Micromotors hätte weniger Arbeit gemacht.

    Wenn alles gut passt, können Motorträger, Motorauflage und Motor verklebt werden. Als Sicherheit für das Mindestspiel zwischen Schnecke und Schneckenrad habe ich ein 0,2mm-Drähtchen (passende Ader aus einer Litze) um die Schnecke gewickelt. Verklebung mit 2K-Kleber oder auch ganz profan mit Sekundenkleber. Wenn sich nach dem Aushärten herausstellen sollte, daß es doch nicht so sauber gepasst hat, lassen sich die Verklebungen sicherlich noch einmal auseinader hebeln.

    Noch die Motorlitzen anlöten und die Lok sollte wieder fahrfähig sein. Nun ohne Geräusche, wenn es alles geklappt hat. Und mit deutlich niedrigerer Anfahrgeschwindigkeit.

    Aber der neue Motor ist kleiner und leichter als der alte. Und es bleibt viel Luft im Motorträger, wo doch jedes Triebfahrzeug ganz wesentlich von der Traktion, also dem Gewicht lebt.

    Und das Auffüllen der Luftlöcher ist nun die eigentliche Arbeit, der vordere Teil des Motorträgers geht da noch.

    Auch seitlich wird der Motor mit Blei eingekleidet, links und rechts zwei Stück 1mm-Dachdeckerblei selbstklebend.

    Den hinteren Teil des Motorträgers mit Blei zufüllen war schon recht fummelig. Mein Ehrgeiz ist es, möglichst viel Blei unterzubekommen. Der Kessel verjüngt sich innen etwas, und so muß immer wieder gefeilt, geguckt und gefummelt werden, bis der bleigefüllte Träger endlich sauber in den Kessel passt. Am Ende, mit ebenfalls bleigefülltem Lautsprecherfach, wiegt meine Lok nun 185g - ich glaube etwa 20g mehr als serienmäßig.

    Soviel zur Technik, nun noch etwas Lametta:

    (Nicht an der Loknummer stören, das war ein Irrtum.) Seht euch doch mal die Lüftungsklappen im Führerhausdach an :love:. Ich hatte ja gesagt, genietete Wasserkästen sind bäh, ab etwa 1960 bekamen alle Reichsbahnloks neue geschweißte Wasserkästen (Ausnahme ist die 015). Auch bekamen die Loks in den 60ern neue geschweißte Zylinder, baugleich mit denen der 01.5. Der Wasserkasten muß also entnietet werden. Dann fehlt dem Modell der so charakteristische dreiteilige Kohlenkastendeckel, der meist auf dem Führerhausdach "aufgerollt" lag. Und manche Lok hatte Variationen an Kohlenkastenaufsätzen, wie z.B. die 014. Entstanden sind diese Teile aus Ätzblechresten.

    So, und wie das so ist, waren es nun 2 Tage vor dem Modultreffen. Noch lackieren, Endmontage, Kleinkram. Und eine Alterung hatte ich auch versprochen.

    :frech:


    Ganz fertig geworden ist die Lok nicht, aber sie ist schon einsatzfähig. Die eine Griffstange fehlt nach wie vor, schon aus der Verpackung heraus. Alterung obenrum fehlt, wie das Lokpersonal und auch die Wasserkastenbeschriftung. Ist alles in Arbeit. Und auf dem Modultreffen in Hohen Luckow hat sie so (erstmal) in einem sehr würdigem Umfeld unauffällig ihren Dienst getan.

    Es standen etwa 5-6 Loks zur Verfügung, 3 waren ständig im Einsatz und wurden immer wieder durchgetauscht. 3 Loks sind nach dem Treffen mit Motorgeräusch nicht mehr einsatzfähig (2 weitere Loks, soweit ich weiß, sind deswegen garnicht zum Einsatz gelangt). Die Ausfallquote ist schon wahrnehmbar X/.

    Meine Lok lief über die Treffensdistanz unauffällig. Die Geschwindigkeit ist mit dem verwendeten Motor absolut ausreichend. In einer Betriebspause habe ich einen Belastungstest gemacht, mit 2 DGB57-Einheiten (Fünfteiler) mit Gepäck- und Bistrowagen (32 Achsen) war bei bei meiner Lok, wie auch bei einer serienmäßigen, keine Anstrengung wahrnehmbar (im Modulbetrieb sind großzügige Radien und kaum Steigungen üblich). Diese Zuglast sollte dem Vorbild angemessen sein, irgendwann gucke ich aber nochmal, wo die Grenze liegt.

    Zugbegegnung im Endbahnhof Randemünde, kurz vor der Kaikante.

    Ein Mitspieler hat seine DB13-Einheit mit aufgesetzten Lampen und Schlußsignalen mit Klappblenden versehen. Im Hintergund sperrt das Fährschiff seinen Schlund auf, und es erscheinen oder verschwinden teils prominete Fahrzeuge. Die 62 dagegen macht nur Vorortverkehr, hin und her, und hin und her, und hin... Dieses Treffen war echt eine gelungene Kulisse für diese Loks.

    Gruß,
    Thomas

    ( gealtert wird später! )