Wie DB-Fahrer seine Modelle altert und ausbleicht

  • Guten Abend Leute,


    nachdem ich inzwischen wieder Modelle altere und ausbleiche wollte ich hier nun endlich mal eine kleine, ausführlichere Anleitung dazu posten (nachdem das an anderer Stelle schon passiert ist).


    Thema Fahrzeuge ausbleichen und altern:


    Gleich als erstes Thema gibt es was fürs altern bzw. ausbleichen von Triebfahrzeugen. Das ganze hört sich schwer an und meist klingt dies danach das Modell neu zu lackieren. Mit ein wenig Übung geht dies aber sehr gut mit dem Pinsel von der Hand.
    Das ganze gibt es als Beispiel an einem Modell der BR140 der DB von Kuehn-Modell in TT. Als Werkzeug bzw. Farben diente folgendes:


    • Makeup Pinselset (hier geht es vor allem um die großen, flauschigen Pinsel!)
    • Farben von Citadel (Games Workshop) - Hauptsache Acrylfarbe auf Wasserbasis!
    • Zahnstocher
    • Wasser
    • Zewa


    Nun kann es losgehen. Schritt 1 ist das ausbleichen des Lackes, dafür nehme ich ein helles Grün gemischt mit Weiß was leicht mit Wasser verdünnt wird. Diese wird dann auf die grüne Fläche die ausgebleicht werden soll aufgebracht (mit einem normalen Pinsel) und sofort mit dem Makeup Pinsel in horizontaler und vertikaler Richtung gebürstet (dies dient dazu Pinselstriche und Harte Kanten zu vermeiden! probiert das gerne auf anderen Flächen oder Güterwagen vorher aus :good: ) verwischt bzw. drüber gepinselt bis die Feuchtigkeit weg ist. Farbe die auf Fenster und beschriftung kommt kann mit einem nassen Zahnstocher (weiches Holzstückchen) wieder entfernt werden. Gleiches gilt für eventuelle Flicken, auf diesen wird der gebleichte Lack wieder entfernt.



    In Schritt 2 wird der Rest der Lok gealtert, hier vorallem mit verdünter Farbe und nach auftrag dieser das ganze mit den Makeup Pinsel abpinseln! Danach werden Fenster etc. von Farbe wieder befreit. Mit dieser Technik bekommt man auch hervorragend den plastischen Glanz entfernt. Als Finish kann noch mit Matten Klarlack drüber gegangen werden, wobei die Farben selbst Grifffest sind.
    Weitere Beispiele sind in Form einer BR44 - Fahrwerk, einer BR151 und BR140 in Orientrot und eine BR101 mit angehangen, alle mit dieser Technik ausgebleicht.



    Mir ist bewusst das einige die Bilder kennen, dafür gab es nun eine Anleitung dazu.


    Viel Spaß beim nachmachen :essen:
    Patrick

  • Weiter geht es mit dem Thema altern, Speziell altern von Güterwagen (und wie man sieht mach ich das am liebsten an Schiebewandwagen :wall: ). Diesmal werde ich wieder allte Schritte zu einem Ergebniss wie auf den Bildern erklären, das dass wirklich jeder selbst mal Probieren kann.

    Was wird benötigt:

    • Pinsel (vor allem wieder ein oder 2 flauschige Make up Pinsel um die Pinselstruktur beim aufbringen der Farbe zu nehmen
    • Acrylfarben auf Wasserbasis (ich nehme wie immer Farben von Citadel Miniatures bzw. Games workshop)
    • Wattestäbchen (um z.b. die Anschriften wieder frei zu machen)
    • Zahnstocher (hier das gleiche oder um minimale Rostflecken aufzubringen)
    • Wasser

    Als erstes schauen wir im Internet nach einen passenden Vorbild für die Wagen bzw. wie siehst dieser Wagentyp im Allgemeinen aus (sprich Betriebsspuren und Dreck). Dann schauen wir nach den Farben, im Fall der Schiebewandwagen brauchen wir also verschiedene Brauntöne bis leicht ins Rost bzw. Orangefarbene, Schwarz, Grün und Weiß. Jetzt kann man sich wieder daraus je nach Stärke der Verschmutzung Tuschen mischen oder die Farbe so leicht verdünnen das sie für das auftragen passt (das merkt man dann recht schnell an einer Probefläche, ich nehme dafür kerne so Plastikarten her).


    Jetzt habe ich bei den Schiebewandwagen das Dach und Rahmen sowie die Stirnseiten mit einem dunkleren Braun (welches leicht bis mittel verdünnt ist) bestrichen und wieder mit dem Make up Pinsel in alle Richtungen gestrichen um die Struktur zu zerstören. Hier sollte aber zu letzte immer quer zum Dach gepinselt werden das der Dreck wie beim Vorbild vom Dach "fließen" kann bei Regen. Das kann je nach Sträe wiederholt werden. Dann geht es mit einer dünnen rostfarbenen Tusche an die Seitenwände. Hier sollte sich dann die Farbe auch an den Kanten der Flächen sammeln beim abpinseln welche später noch mit einer dunklen Tusche hervorgehoben werden kann. Man kann je nach Stärke und belieben die Farben auch mit Schwarz, Weiß oder Gelb/Grün (nur wenig) mischen um mehr Abwechslung zu erreichen wie auf den Fotos unten zu sehen.


    Jetzt kann man sich an die Details wie Flicken, saubere Anschriften, Fahrwerk und Rostflecken machen Für die Rostflecken habe ich unverdünnte Farbe genommen, diese dann mit dem Zahnstocher oder Pinsel punktuell aufgetragen und sofort mit einem weichen Bürstenpinsel nach unten abgezogen, das ganze je nach Größe und Fläche wiederholt oder direkt Flächen damit bestrichen und abgezogen (sowas funktioniert auch super bei Eas Wagen unter den Türen). Die Anschriften wurden wieder mit einem aufgeweichten Zahnstocher/Wattestäbchen und ein tropfen Wasser freigelegt. Die Drehgestelle und der Rahmen im Berreich um die Drehgestell wurden dann noch mit einem helleren Rostton bestrichen und dann jeweils nach links und rechts vom Drehgestell richtung Boden mit einem weichen Borstenpinsel abgepinselt (wie das Dach, nur mit einem anderen Pinsel und in die angegebene Richtung). Das hat den Sinn das ja der Bremsstaub, Flugrost usw. sich jeweils wärend der Fahrt absetzt und das so passend nachgebildet wird.



    Natürlich kann man dann noch Details wie Grafiti oder ausgebesserte Flächen nachstellen, entweder ganze Teile wie bei mir das Haubenteil lackieren oder die Originalfarbe vom Modell wieder freilegen. Die Grafitis sind übrings mit dem Pinsel aufgebracht, hier eigenen sich Echthaarpinsel von Armypainter oder Citadel sehr gut.

    Als weitere Beispiele für das Güterwagenaltern habe ich Bilder von einem Auftrag eines Gbs und eines Packwagens mit angehangen wo nur der Plastikglanz entfallen sollte. Dafür wurde dunkelgraue Farbe verdünnt und auf getragen und mit dem Make up Pinsel verarbeitet. beim Gbs habe ich das ganze dann mit braun und das bürsten nur vom Dach runter noch ein wenig besser gestaltet um hier den Betriebsaltag ein wenig mehr zur geltung zu bringen.




    Der Güterwagen von Schirmer ist ein kleiner vergleich, was man daraus auch machen kann. Dazu hat er neue Tritte bekommen, eine ordentliche Farbbehandlung und DB Kekes :ok:
    Die Gleiche Technik verwendete ich auch bei einer E18 welche mit einem Bronze-Braun gemischt vom speckigen Silber befreit wurde.




    Wichtig ist das immer die Flächen mit einem flauschigen, großen Make up Pinsel in horizontaler und vertikaler Richtung abgepinselt wird, mehrfach hintereinander bevor die Farbe antrocknet! Der kann danach sofort an eimem Zewa abgebürstet werden und später gut Waschen das die Haare nicht verkleben (geht bei Acrylfarben auf Wasserbasis sehr einfach).

    So ich hoffe das war nicht allzuviel Text :white flag: Ich wünsche trotzdem Viel Spaß beim nachmachen und probieren :gut:


    Viele Grüße

    Patrick

  • Servus, Patrick,,


    danke Dir für Deine Anleitung.


    Da mir Deine Alterungen gut gefallen haben, lag nix näher, als das Ganze mal selbst auszuprobieren. Vorteile hat Deine Methode ja - keinen Gestank, kein Sprühen und keine Sauerei durch Trockenpigmente. Hab mit gleich meine Fcs-Wagen vorgenommen. Ergebnis anbei. Sind sind etwas gleichmäßiger geworden als geplant, dennoch bin ich mit dem Ergebnis ganz zufrieden. Ist damit eine weitere Möglichkeit neben der Klarlack-Trockenpigmentmethode. Das Innenleben habe ich mit dem Pinsel eingesaut. Auch wenn Sprühen da vielleicht besser wäre, man lebt ja in einer Mietwohnung ...


    Ciao, Frank



    P.S. Auf dem Bild erscheint die Alterung noch dunkler als im Original. Da wirkt es nicht ganz so drastisch. Aber zur Kohleladung passt's ... ;)


  • Hallo Frank,


    freut mich doch das dass zum nachahmen anregt :) Du kannst bei deinen Wagen im unteren Breich noch mit einem dunklen Braun, das ganze was hell wirkt, leicht trockenbürsten (Dry Brushen), dann bleiben die tieferen Stellen dunkel und das andere wirkt etwas aufgehellt und stark beansprucht. Auf alle Fälle hat es bei dir geklappt, man sieht keine Pinselstriche :D Klasse gemacht! Sowas freut mich echt und wie Du schreibst macht das keinen gestank und Dreck (gut, nur an den Fingern :besen: ).


    Übrigens finde ich es super wenn Jeder seine Ergebnisse und Versuche zeigt, das würde Ideen bringen und andere auch anregen das zu probieren :good:

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