Kleine Basteleien und Tipps aus dem BW Herilingen (in 1:220!)

  • Der Werkstattmeister hat seine Werkstatt organisiert und die Kollegen sind schon fleißig. Von der Empore vor seinem Büro, welches, huch, im Bausatz genau so wie die Treppe mit Geländer, und auch die Wände der Toiletten im EG, vergessen waren und noch schnell gebaut wurden, beobachtet er das Treiben. Er freut sich richtig über seine prima neuen Machinen.
    Der "Betriebsleiter" des Bw Herilingen überlegt jetzt allerdings doch tatsächlich, die Zimmerleute und Dachdecker für das Gebäude wieder abzubestellen. Denn es wäre ja schade, wenn man mit Dach später im Bw kaum etwas von den Preziosen sieht, nur durch die Fenster.

    Und dass so etwas alles völlig easy, ohne aufwendiges Werkzeug, nur mit ein bisschen Fantasie und Geschick, leicht selbst zu bauen ist, habe ich grundsätzlich in meinen eBooks beschrieben.

  • Huch, ich war ja offenbar schon länger nicht mehr hier. Da gibt es wahrscheinlich einiges zu berichten.

    Dann fange ich mal mit dem Aufhübschen einer schnöden Ellok-Wartungshalle an. Die passte zwar zum Baustil der 70er jahre, aber nicht zu meinem Bw mit den etwas verspielten Mauerwerksbauten. Und eine so lange Fassade ohne Stützen geht ja auch nicht, und ohnen Inneneinrichtung und Gruben genau so weinig. Also habe ich dem Modell Pfeiler verpasst, eine Mauerwerksfassade, ein verwittertes Wellblechdach, die Sprossen farblich betont, Dachlüfter/Brandschutzklappen, Rinnen und Fallrohre angebaut, zwei Wartungsgruben mit Licht eingebaut, eine Inneneinrichtung und ein paar farbtupfer - und schon hat sich das "hässliche Entlein" in eine schöne Halle verwandelt, die die Bahnmitarbeiter direkt in Besitz genommen und natürlich auch wieder verschmutzt haben.
    Und auf der Anlagn machen die Beiden jetzt eine "gute Figur".


    Grüße

    Heribert

  • Und hier mein aktuelles Projekt, der linke Anlagenrand muss mit einem 3gleisigen Rechtecktunnel und einem üppigen Buntschiefergebirge gestaltet werden - super leicht, alles mit Balsaholz. Und die Wirkung dürfte in TT phänomenal sein :huh:


    Und die Nachmittagsbastelei ist abgeschlossen, das Felsmassiv ist im Rohbau fertig. Rechts wird noch eine authentische Burgrruine hinzukommen und in der Mitte eine kleine Überraschung (wen es interessiert: Stege Wimbachklamm)




    Grüße

    Heribert

  • Hallo,


    das sieht gut aus :gut: :gut:

    nur das man mit Balsa Holz so eine Wirkung erzielen kann hätte ich nicht gedacht

    fasert das nicht zu arg :gruebel:

    ich würde da Styrodur nehmen....


    Gruß Ralf

    Servus aus der Oberpfalz , Ralf

  • Hallo Ralf,


    nein, das fasert absolut nicht und wird durch den Holzleim ja auch noch verfestigt (man musss allerdings etwas auf die Faserrichtung achten, i.d.R. parallel zum Hang, dort wo die Abbrüche der größeren Felsspalten sind darf es ruhig rauer werden = Faserenden). Ich lasse allerdings an den Kanten einen ca. 5 mm breiten Streifen ohne Holzleim. Dadurch klaffen die Fugen an einigen Stellen minimal auf und geben damit einen noch authentischeren Charakter. Und wenn die Schichten erst einmal geklebt sind, ist die Steinstruktur mit dem Cuttermesser gerissen und geschnitten in wenigen Minuten fertig (und der feine Abrieb eignet sich mit Feinsand vermischt ideal als Boden an Bergfüßen o.ä.). Und die feine, in unterschiedlichen Schichtdicken dargestellte Schieferstruktur mit den eher scharfkantigen Abbrüchen kann man mit Styrodur kaum so darstellen, es sei denn, es wird eine "Wochenarbeit. Denn die Steinschichten sollen ja im gleichen Abstand unm den Berg bzw. den hang entlanglaufen, und das auch noch schräg. Das dürfte in Styrodur eine Heidenarbeit sein. Teste es mal mit ein paar Reststücken aus - ich denke, Du wirst begeistert sein!

    Grüße

    Heribert

  • Und der linke Anlagenrand nähert sich der Fertigstellung. Der Buntschieferfels ist grundiert. Warum so dunkel? Das hat einen speziellen praktikablen Grund. Dazu aber später mehr in einem der Folgebücher.

    Die Burgruine hat ihre Höhenlage gefunden. Der Buntschieferfels wird dem Burgberg angepassst und ein Serpentinenfußweg "hineingeschnitzt". Die Burg steht auf einem massiven Basaltfels, der aus dem Buntschiefer herauswächst. Die Felskonturen und Farbgebungen werden entsprechend angepasst, wobei der Basalt dominierend "herauswachsen" soll.

    Die Stege und Brücken werden noch ihren altten verwitterten Holzcharakter erhalten, Geländer, Büsche, Bäume am Anlagenrand zum Übergang in den Hintergrund, Preiserlein, etc. werden das Bild komplettieren.

    Das ganze Teil ist ca. 70 cm lang und wird komplett demontabel sein (ich werde es in Führungen wie einen Hut über die Anlage stülpen können. Grund: Gewichtsreduktion für den Transport).

  • Noch ein kleiner Tipp: wie in meinen Büchern beschrieben war immer zuerst die Landschaft, Berge, etc. da - und dann kam erst die Bahn, Häuser, Wege, Straßen, etc. Es muss also, auch wenn die Bauabfolge auf dem Modell grundsätzlich anders ist, immer "in die Landschaft hineingearbeitet" werden (damit nicht die schrecklichen "Maulwurfshügel" entstehen). Wer die bisherigen Fotos des Felsmassivs genau betrachtet, hat festgestellt, dass die "in den Stein gehauenen" Klettersteige nur grob vormodelliert waren. Nach dem ersten Anstrich schneide ich erst jetzt die endgültigen Stufen etc. in die hier auf das Balsaholz aufgebrachte, lufttrocknende Modelliermasse (die übrigens leicht angefeuchtet wieder pastös wird und so ideal anpasspar ist). Hier zeige ich den ersten Bearbeitungsgang, hier und da muss noch etwas nachmodelliert werden. So entsteht der Charakter des in den Fels geschlagenen Steigs. Und durch den Voranstrich sind aufgrund des jetzt entstehenden hell-dunkel-Kontrasts auch die Stufen viel besser zu erkennen als in der ungestrichenen weißen Modelliermasse ;)