Zeigt her eure "Stellwerke" oder wie baue ich ein Bedienpult

  • Im Moment befindet sich bei den meisten Modellbahnern das Hobby ja mehr oder weniger in der Sommerpause. Zu beneiden sind die, die einen kühlen MoBa Keller ihr eigen nennen dürfen.
    Da nun alle Gleise auf meiner kleinen Anlage liegen http://web109.s1.deinserver.net/forum/magic_vi…=bigfoot+anlage, wird es langsam Zeit, das bis heute provisorische Stellpult in Angriff zu nehmen.
    Im moment sieht es so aus, wie auf dem Foto.
    Die alten Tastenpulte, die bis jetzt einen provisorischen Fahrbetrieb gewährleistet haben, sollen verschwinden. Eine Speerholzplatte, weiß lackiert, mit einem schematischen Gleisplan darauf und Tastern vom großen C für die Weichen ist jetzt angedacht. Gefahren wird digital, der Untergrund soll die Roco Zentrale und einen guten alten Z1 aufnehmen.
    Steinigt mich, aber da ich die Rückmelde oder Polarisierungsanschlüsse der Weichen für die Herzstückpolarisierung nutze, möchte ich die Rückmeldung der Weichenstellung über bistabile, mit dem Weichenantrieb parallel geschaltete Relais, zur indirekten Rückmeldung benutzen. Ein natürlich nicht Fehlerloses System, für Anregungen bin ich hier offen.
    Wie sieht das Stellwerk bei euch aus, ich stehle gerne mit den Augen. :danke:

  • Hallo Danilo!

    Da du schon Relais verwendest kannst du diese auch direkt an die Rückmeldekontakte der Weichen anschließen und dann sowohl Polarisierung als auch Rückmeldung über die Relais realisieren. Ich denke du wirst auf Dauer dankbar über eine zuverlässige Rückmeldung sein. Aber dann keine bistabilen.

    Gruß, Thomas

    Gruß,
    Thomas

    ( gealtert wird später! )

  • Wie müßte ich das Anschließen?
    Je ein Anschluß der Polarisierung ist mit einer Schiene verbunden und der abgehende Anschluß ist mit dem Herzstück der Weiche verbunden. Ich verstehe nicht so recht, wie der eine abgehende Anschluß mir etwas nützen kann.

  • Dann möchte ich Dir dieses vorstellen.
    Der technische Stand - vor 25 Jahren. Komfortables schalten - ja , denn es ist eine Start-Zielschaltung mittels Diodenmatrix.
    Flankenschutz - ja, In den Fahrweg führende, evtl. noch Fahrt zeigende Signale, werden automatisch auf Halt gestellt sowie ein Fahrweg gestellt wird.
    Verwendet wird 19V ungeglättete Gleichspannung (Positivmatrix) um die Magnetspulen sicher zu schalten und keinen Abrissfunken wie bei geglätteter Gleichspannung entstehen zu lassen. Verwendet wird die Z-schaltung für den Fahrstrom (Ich weiß Du fährst dig.)
    Beim Schalten der Weichen wird der Fahrstrombereich automatisch dem einen oder anderen Trafo zugewiesen, je nachdem welcher Bereich angefahren wird. Nur 3 Bahnhofsgleise und der Nebenbahnanschluss sind mit je einem Schalter in der Fahrtrichtung dem entsprechenden Trafo manuell zuzuschalten. Zum Einsatz komme Schalter aus Uralt-Telefon-Vermittlungsanlagen rastend oder tastend, bzw. beidseitig tastend oder kombiniert. ganz nach Bedarf. Diese haben mitunter bis zu 8 Kontakte (Wechsler)
    Werden beide Taster nach oben gedrückt dann wird der Fahrweg gestellt. Zieht man den Start Taster nachunten (also zu sich hin) dann wird das entsprechende Signal auf Fahrt gestellt. Geht der Fahrweg über den abtweigenden Strang, dann wird bei Lichtsignalen Fahrt mit Geschwindigkeitsbegrenzung automatisch signalisiert.
    Bei Nebengleisen ohne Signal ist der Taster kombiniert. Nachoben zum Fahrweg stellen tastend , nach unten ziehend rastend um den Fahrstrom zuzuschalten. Damit ist nebenbei sichergestellt, dass das Gleis beim Fahrweg stellen stromlos ist.
    Rückmeldung über die Weichenstellung mache ich (schon seit damals-teuer) mittels Led. Diese nutzen die Endabschaltung des Antriebs ohne zusätzliche Rückmeldekontakte indem über den offenen kontakt des Tasters eine Led mit Vorwiderstand gelötet wird. (Das Kann ich Dir aufzeichnen) Dar dabei fließende Meldestrom ist so gering, dass die Magnetspulen nicht beeinflusst werden. Falls Du motorische Antriebe verwendest geht das wohl nicht so ohne weiteres. Also wäre die Art Deiner Antriebe interesant.


    pS. wohl dem der im Keller werkelt - unser Moba Zimmer ist unter dem Dach - da ist es jetzt nicht so optimal.
    Drum bau ich auch immer kleine Stoßlücken im Selbstbaugleis, wenn ich im Winter was verlege.

  • Das werde ich in einem Versuchsaufbau mal testen. Nur wird das heute nichts mehr werden.
    Beim ersten ansehen qualmt mir erstmal der Kopf. Sieht aber vielversprechend aus, immerhin muß ich hier nicht den Digitalstrom verwenden und habe trotzdem eine echte Rückmeldung.
    Aber versorge ich dabei nicht über die LED den Motor ebenfalls mit Strom?

    Evtl. könnte ein Admin das Thema Weichenrückmeldung hier doch mal auskoppeln, falls möglich. Das wird jetzt recht umfangreich.

  • Ich hätte da auch noch eine recht einfache und zuverlässige Variante, um auch die Endlagen wirklich zu melden. Die funzt ähnlich der Methode mit den Stellstangen bei den Modulfreunden, nur wird hier eben nicht die Stellstange durch den Bediener selber, sondern durch den Weichenantrieb bewegt.
    Der Antrieb (Hoffmann oder Conrad, völlig egal) bewegt ja sowieso mittels seines Stellhebels den Stelldraht zur Weiche.
    Warum schraubt ihr denn nicht einfach an der Befestigung des Stelldrahtes eine weitere Drahtöse fest, die dann einen ganz einfachen Kippshalter/mehrpoligen Umschalter betätigt, der neben dem Antrieb mittels Blechwinkel o.ä. befestigt ist. Der Schalter kann sogar mit mehreren Schaltkontakten versehen werden/sein und so auch weitere Schalt- bzw. Meldeaufgaben übernehmen.(an Stelle der Drahtöse wird im Idealfall der Knebel des Schalters mit einem kleinem Loch versehen und der Stelldraht der Weiche gleich durchgefädelt/durchgesteckt)
    Das braucht keine großen Elektrokenntnisse und kostet vielleicht pro Weiche max. so ca. 1-2€ ... (wäre aber rein mechanisch und geht dann auch nix wirklich kapputt bei eventuellem Kurzschluss :48: ) und hat sogar ein "Gedächtnis" bei Strommausfall, weil ja der Schalter in seiner letzten Schaltstellung verharrt.
    Den "Saft" für die mit Vorwiderstand bedrahteten LED-Leuchten kannste ja dann aus der schon vorhandenen 16V~ Leitung abzapfen.

    NeTTe Grüße vom Toni
    Mitglied der IG - Car System und RC in TT

    https://tt-modellbahnforum.de/index.php?attachment/5369-b%C3%A4rchen-gif/

  • Toni
    Ein Weichenantrieb schafft es kaum mit 3mm Stellweg einen handelsüblichen Kippschalter zu betätigen. Von der fehlenden Kraft ganz zu schweigen. Ein weiterer Anbau-Mikrotaster wäre möglich, setzt aber feinmechanische Präzision voraus und erfordert 2 zusätzliche Rückmeldedrähte.
    Die Schaltung mit den Led benutze ich bei Magnetspulantrieben seit über 25 Jahren - sie benötigt keine zusätzlichen Leitungen und ist zuverlässig - in Mittelstellung leuchten beide und bei Drahtbruch ist sie aus. Nur mit gepolten Motorantrieben habe ich sie noch nicht getestet - sollte aber bei Beachtung der Polung genau so funktionieren wenn der Innenwiderstand des Stellmotors niederohmig ist.

    Der Modulbahner betätigt auch erst mit der Stellstange den Kippschalter und daran gekoppelt über einen dünneren Stelldraht die Weiche!
    Dabei nutzt er den großen Kraftaufwand, welchen der Kippschalter zum umschalten braucht, um seine Weiche in der richtigen Position zu halten. Rastmoment des Kippschalters als mechanische Endlage.

    Einmal editiert, zuletzt von amazist (21. Juli 2013 um 21:33)

  • Hallo, da zur Weichenstellung die Hoffmann-Antriebe benutzt werden, können doch auch die von ihm für "relativ" wenig Geld zusätzlich angebotenen Umschalter Verwendung finden (habe ich auch bei mir vorgesehen). Ich könnte mir auch vorstellen, dass die Umschalter bei den Conrad-Antrieben angeschraubt werden können (kenne ich nicht - ich weiß nur, dass die günstiger sind). Die Diodenschaltung von amazist ist aber interessant und sollte probiert werden.

    Freizeit kostet Geld ... viel Geld und dennoch, gönn dir was Gutes, auch wenn du in Not bist. Was hast du vom Geld, wenn du erst tot bist? 🍻

  • @amazist
    Also mein Exemplar eines Conrad-Antriebes schafft den (von mir zum Test benutzten) Schalter locker zu bewegen... (man darf halt keine solchen schweren "Knacker" von Schaltern sondern eher nur die ganz leichten "Fluffer"nehmen :lol1: , die Schaltstellung wird dann ja durch den Antrieb selbst gehalten)
    Das Stellprinzip der Modulbahner ist mir bekannt, darum ja auch der Hinweis auf die "Ähnlichkeit" dazu :05:
    Na egal, die Zusatzschalter von Hoffmann oder die Diodenschaltung sollten auch gehen.

    Edit:
    So ein Schiebeschalter mit Plastikknebel, der täte es an Stelle des Kippschalters auch. Der geht auch gaaanz leicht (weniger Kraft als für Federzungen ohne Gelenk notwendig ist) zu verschieben und hätte auch jede Menge von Kontakten zu bieten.

    NeTTe Grüße vom Toni
    Mitglied der IG - Car System und RC in TT

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  • Vanaladig » Recht haste - von Hoffmann gibt es ja den Zusatzkontakt - irgendwie schade, den nur für 2 Led zu verbraten und noch 2 zusätzliche Drähte zu benutzen. Da ich von Natur aus geizig bin - lasse ich mir immer mal kleine Schaltspielchen einfallen um Geld zu sparen. Denn: Hobby kostet Geld, viel Geld. Mit antiparallel betriebenen Led lassen sich zB. Selbstbau Signale mit nur einem Steuerdraht gegen R betreiben. Dabei wird die Polarität des Steuerdrahtes ausgenutzt.

    Toni > Da ich nur so schwergängige (Knacker statt Fluffer) wie in diesem Link zusätzlich in meinem Pult habe, hielt ich das für unwahrscheinlich, das das der Antrieb packt. Aber leichtgängige Schiebeschalter sind auch eine Alternative. Potenzialfreie Hilfskontakte kann man nie genug haben!

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