Abgußprojekt Straßenbahn MAN in TT(m)

  • In meinem Fundus war noch ein unfertiges Gehäuse mit den alten Fronten. Aus meinen ersten Versuchen der neuen Fronten hatte ich noch zwei dieser da. So habe ich diese beiden Gehäuse miteinander vereint.

    Ich habe zwar schon einmal einen Molkereiwagen gebaut, allerdings hatte dieser bis auf die Werbung nicht viel mit dem vorherigen Wagen gemein. Von diesem habe ich die Seitenreklame "geklaut". Der alte Wagen wird vermutlich sein Gnadenbrot als verrottende Reserve auf einem Abstellgleis fristen.

    Das Rohdach muß nochmal in der Gießform überarbeitet werden, der Rest ist so langsam im Topf wo es kocht. Die Werbung wurde beibehalten, allerdings habe ich die Zielanzeige an der Seite dem Original nachempfunden. Das alte Modell wurde dem BEKA-Modell in H0 nachempfunden, aber die Streckenführung hatte mich ohnehin irritiert.

    Die Fensterrahmen an der Seite wurden mit ruhiger Hand und feinem Pinsel angemalt. Das Fahrwerk ist nur untergestülpt, ich muß morgen erstmal neue Blenden gießen und lackieren. Es wird ein Solo-Wagen, die Kupplungsattrappe wird nur eingeklebt.

    Die Panthos sind unlackiert und direkt von Sommerfeldt bezogen. Sonst gibts ja nur die Roten und da habe ich keine Lust, diese umzulackieren.


  • Das Dach, der finale Wurf.

    Diesmal habe ich das Dach wieder aus Polystirolplatten aufgebaut, Viel Arbeit kam dem Spachteln und Schleifen zu. Die Nummernanzeigen habe ich aus Kunststoffprofilen mit angebaut. Ebenso die Halterungen für die Laufbretter und die Oberlichterabschlüsse. Der Abguß war problemlos (dank Vaseline zum auskleistern der Spalten beim aufkleben auf die Platte). Viel Arbeit ist es, mit Zahnarztbesteck (Dentalhaken) die Luftblasen aus dem Resin ind den Vertiefungen der Silikonform zu bekommen, wenn man es gießt. Aber so kommt man zu nahezu perfekten Abgüssen des Originals.

    Bild 1: Urmodell aufgeklebt auf Grundplatte

    Bild 2: Probeeinsatz der bereits gegossenen Oberlichtfenster

    Bild 3: Dach mit eingeklebten Oberlichtfenster

    Bild 4: Front

    Bild 5: Seite

  • Zitat von Christian82

    Viel Arbeit ist es, mit Zahnarztbesteck (Dentalhaken) die Luftblasen aus dem Resin ind den Vertiefungen der Silikonform zu bekommen, wenn man es gießt. Aber so kommt man zu nahezu perfekten Abgüssen des Originals.

    Hallo Christian,
    da hätte ich möglicherweise einen Tipp für Dich: Versuch's doch einfach mal mit kleinen Kaffee-Rührstäbchen aus Holz (hölzerne Zahnstocher, Schaschlykstäbe oder Rollmops-Stäbchen tun es auch) - die gibt's für'n Appel un'n Ei an beinahe jeder Ecke (Selgros, Metro, McDo..., Fleichereien, Feinkostfirmen usw.) ...
    Die haben eine leicht saugfähige, relativ rauhe Oberfläche - da "krallen" sich die Luftblasen förmlich fest und lassen sich recht gut "rausziehen" ... Das Zahnarzt-Besteck ist dafür einfach zu glatt ...
    Probier's einfach mal aus .........

    An Sonsten: Prima gelungen, Respekt !!!

  • Danke,

    das mit den Holzstäbchen werd ich versuchen, dass deren Oberfläche aufgrund der Rauheit besser geeignet ist, erscheint logisch. Momentan nutze ich nur die Kaffeerührstäbchen zum Abziehen der offenen Formen vom restlichen Resin und zum Anrühren von Silikon und Resin.

    Momentan sind die Gehäuse in der Grundierung gelackt. Dann werden die Fehler verspachtelt, glatt geschliffen und final lackiert.

  • Dann hast Du ja noch ein paar "Meter" Arbeit vor Dir - ich weiß, wovon ich schreibe !!! :klatsch:
    Spachtel? :700: Da war doch was ... :gruebel::gruebel::gruebel: ----> :idea:
    Upps - danke für den "Wink mit dem Zaunpfahl": Mein Spachtel ist alle - also gleich morgen flugs auf zu Hanka ... :post:

  • Ja danke. Das Spachteln ist ne hässliche Sache, bisher habe ich noch keinen idealen Spachtel für Resin gefunden. Revell geht nicht, ich nutze zur Zeit Autospachtel auf Zweikomponentenbasis. Stinkt erbärmlich, ist aber halbwegs gut zu ver- und bearbeiten.

    Danke der modularen Aufbauweise - das Gehäuse besteht aus 2 Ausenwänden, 2 Zwischenwänden, 4 Türelemente und 2 Fronten, zusätzlich die Fahrwerksblenden, dem Grunddach und den Oberlichtern - kann ich schon beim Gießen gut auf Gießfehler reagieren und Ausschuß aussortieren. Nicht jedes Gußteil kommt in die Teilekiste.

  • Zitat von Christian82

    Das Spachteln ist ne hässliche Sache, bisher habe ich noch keinen idealen Spachtel für Resin gefunden. Revell geht nicht, ich nutze zur Zeit Autospachtel auf Zweikomponentenbasis. Stinkt erbärmlich, ist aber halbwegs gut zu ver- und bearbeiten.


    Ich nehm da einfach einen alten Löffel - da geb ich etwas (ganz wenig) Nitro-Lack (am Besten gleich in halbwegs passender Farbe) rein und fülle mit Speckstein-Pulver (Talkum-Ersatz) auf. Gut vermischen! Das Zeug läßt sich prima verarbeiten - trocknet aber sehr schnell, also immer nur ganz wenig nehmen! Und dann lackiere ich sowieso nur mit Nitro (bereits nach 10 Minuten möglich) - das verträgt sich prima! Wegen der schnellen Trocknung kann aber auch mit anderen Lacken drübergegangen werden (dann aber mindestens über Nacht ablüften lassen, sonst "Quark"-Gefahr!)

    Zitat von Christian82

    ... schon beim Gießen gut auf Gießfehler reagieren und Ausschuß aussortieren. Nicht jedes Gußteil kommt in die Teilekiste.


    Wem sagst Du das - teilweise liegt die Ausfallquote wegen Lufteinschlüssen bei 30% (vor Allem bei großen Gehäusen über 20 cm aus einem Stück) - die landen dann aber alle (farbig sortiert) in der Kaffeemühle und werden bei ganz groben Teilen (Radio- oder Trafo-Drehknöpfe oder so) wieder als Füllstoff beigemengt ...

  • Hallo Christian,
    ich verrate heute die ganze Karte ...
    Ein weiterer Tipp:
    Blasen oder weitere Fehlstellen lassen sich hervorragend beseitigen, wenn Du das fehlerhafte Stück wieder paßgenau in die Form legst (oder anderweitig - z.Bsp. mit Tesa die benötigte Oberfläche abklebst) und die Fehlstellen erneut mit Resin ausgießt ... Das gibt zwar keine feste Bindung, aber 100% passgenaue Füllteile, die sich ganz hervorragend mit Sekundenkleber einsetzen lassen - bei genauem Arbeiten sogar ohne merkliche Übergänge! Damit lassen sich selbst größere Fehlstücke ganz einfach nachfertigen ... Und nach leichter Nachbearbeitung ist nichts mehr zu sehen - auch gibt es durch den Sekundenkleber eine sehr hohe Festigkeit.

    Weiterer Tipp:
    Falls Du mal etwas verfrüht entformt hast oder sich die Teile anderweitig verzogen haben - ein Haarfön oder schlichtweg heißes Wasser machen Resin absolut geschmeidig! Außerdem hat das Zeug einen sagenhaften "Memory-Effekt" - es zieht sich bei Erwärmen in die Form-Ausgangslage zurück (läßt sich aber durch "Abschrecken" auch leicht dauerhaft verformen bzw. ausrichten) ...
    Im Zweifelsfall ruf mich halt mal an - für Heute hab ich genug ausgeplaudert!

  • Moin,

    ja danke für die Resintipps. Das mit dem Füllen habe ich auch schon gemacht, insbesondere bei den Dachteilen ist es ärgerlich, ein komplettes Gußteil wegzuhauen. Nur Kleinstmengen anzumischen (wenn man nicht grad nen Rest übrig hat) ist ne Zittersache.

    Der Memoryeffekt von Resin ist mir auch schon aufgefallen. Faszinierend das Zeugs. Fragt sich nur, wie giftig der Kram ist.

    Wir können uns ja in Zwickau mal kurzschließen zum Stammtisch!

  • Als Einzelkomponenten extrem giftig - speziell der Härter wegen hohem Cyanid-Anteil (kann bereits bei Hautkontakt zu Vergiftungserscheinungen führen) - im ausgehärteten Zustand ungiftig. Vor Kindern sicher aufbewahren (hinter, seitlich, ober- und unterhalb Kindern natürlich auch) ...
    Hast Du dazu keine Sicherheits-Datenblätter und Anwendungsvorschriften erhalten und auch beim Lieferanten entsprechende Belehrung(en) erhalten und unterzeichnet ???

    Jau, bis zum Zwickauer Stammtisch dann ...

  • Hallo Christian,

    ich werde meine Blasen im Resin folgendermaßen los: an der Unterseite eines Brettes habe ich einen alten RC-Car Motor mit Zahnrad mittels eines Lochbandes befestigt. Das alte Zahnrad wurde von mir einseitig "beschliffen". Das Ganze ruht auf vier zu Füßen umgenutzte alte Rohrisolierungen. An die zwei Kabel einen alten Fahrtrafo (wg. Gleichstrom) angeschlossen. Nun Deine Gußform drauf gestellt, das Resin eingefüllt und den Trafo langsam aufdrehen. Durch das einseitig beschliffene Zahrad entsteht eine Unwucht, die das Ganze schön vibrieren lässt und alle Bläschen kommen nach oben und platzen meist von selbst auf. Funktioniert bei meinen Panzermodellen hervoragend und ich brauche nicht mehr im Resin rumzustochern - wie früher. Wenn Du willst, mache ich mal n Foto von dieser Konstruktion ...

    :05:

    Gruß blubbapaul

    "Was kann ich für Eure Welt!"

  • Ich habe das Zeugs in Braunglasflaschen aus der Apotheke abgefüllt, lässt sich so besser dosieren. Bisher hatte ich noch keinen großen Hautkontakt.

    blubbapaul, davon habe ich auch schon gehört, Bilder sind gerne gesehen! Notfalls dürfte auch ein Vibrationsmotor eines alten Handys gehen. Beim Silikon klopfe ich von außen beim Aushärten mit nem Stift gegen die Form dagegen damit da keine Luftblasen verbleiben sondern hochsteigen.

  • Zitat von blubbapaul

    ... die das Ganze schön vibrieren lässt und alle Bläschen kommen nach oben und platzen meist von selbst auf. Funktioniert bei meinen Panzermodellen hervoragend und ich brauche nicht mehr im Resin rumzustochern - wie früher.

    Prima Idee - klappt aber nur, wenn
    1. Die Form tief drinnen keine abgewinkelten und wieder nach oben gerichteten Hohlräume aufweist ...
    2. Die Topfzeit den Blasen genügend Zeit zum Aufsteigen läßt ...
    3. Die Formtiefe 8 cm nicht übersteigt (entsprechend Punkt 2 auch weniger) ...
    4. Nicht zu viele (meist bremsende) Pigmente oder andere Füllstoffe verwendet werden ...

  • Zitat von Christian82

    Ich beziehe hier: http://www.breddermann-kunstharze.de
    Das sind Profis ... Ich nehme immer R12 (Preis je nach Abnahmemenge um die 15 EUR pro Liter; Topfzeit 10 Minuten). Abgefüllt in Flaschen mit kleiner Öffnung und Sicherheitsverschluß ... Lieferzeit meist Übernacht!
    Außerdem gibt's da auch gleich passende Farbzusätze und Unmengen anderes Zubehör ...

    Silikon beziehe ich direkt beim Hersteller für Zahnarztbedarf: Hitzebeständig, extrem reißfest und und und ...

  • Mein Resin neigt sich auch langsam dem Ende, da kommt es auf einen Versuch drauf an. Und gleich weiße Farbe mit reinrühren ist auch nicht verkehrt....

    Muß nur die Identitätsprüfung für Privatpersonen meistern. Der Weg nach Kamen ist dann doch etwas weit für Selbstabholer. Ist Resin als Sprengstoff zu verarbeiten dass die so sensibel sind?

  • Na ja, die Einzelkomponenten sind halt sehr giftig (als Bonbons also nicht zu empfehlen). Da muß man schon gewisse Sicherheits-Prozeduren über sich ergehen lassen ...
    Und im Falle eines Unfalls ist es auch besser, daß man Bescheid weiß ...........

  • So, die finale Version des Werbewagens ist entstanden. Ich habe mich lackierungstechnisch an die Vorlage von Foriker RD:
    http://dl.dropboxusercontent.com/u/17616165/Hom…_2008_11_15.JPG

    Es ist ein RAL-Resedagrün, Cremeweiß und Lichtgrau.

    Bei weiteren Versionen rutscht aber auf jeden Fall der Schriftzug "verkehrt in allen Stadtteilen" unter die Sicke, das genaue platzieren darauf hatte genug Fehlversuche mit sich gezogen.

    Die Männchen sind auch nochmal etwas schärfer gezeichnet worden. Wirken sonst bisschen blaß.

    Die Reaktionen in Zwickau waren durchweg positiv. Hoffentlich habe ich jetzt nicht diese hier auf: rosabrille

  • Der Lampenproblematik bin ich nochmal auf den Grund gegangen und ich habe nochmal an der Urform gefeilt. Eigentlich hatte ich zwei Röhrchen aufgeklebt aber im Silikon gab es zwei Luftblasen. So hat sich quasi von selbst das Lampenglas herausgeformt.

    Die Blenden werd ich vermutlich wieder aus Röhrchen schneiden. Aber diesmal sind die Lämpchen halbwegs serienmäßig gleich gebaut und positioniert.

    PS: Der schwarze Strich am Dach dient nur der Positionierung für den Panto
    PPS: Das eine Dachlaufbrett wird noch gerichtet.