Beiträge von Harka

    aus den seitlichen Resten (wie schon geschrieben, ist der Ladeboden im Lieferzustand zu breit) entstand mittels Tesafilm und zwei Zahnstochern zur Stabilisierung ein tiefer gelegter Ladeboden in Hädls gedeckten Güterwagen:

    hier nochmal das Bild von Hädls originalem Ladeboden:

    Hier noch ein paar Beispiele von Wagen mit den Ladeböden. Die Farbgestaltung ist absolut überzeugend und der 3D-Effekt des Lasercut kommt wunderbar plastisch rüber.


    und als Vergleich noch mal ein Wagen ohne und mit dem nachgerüsteten Ladeboden. Der Schwierigkeitsgrad für die Bastelei ist gering, der Effekt aber meiner Meinung nach überzeugend.

    ein mittels Peho auf Kurzkupplung umgebauter Wagen von P. Lorenz:


    nochmal eine vorher-nachher-Bildfolge

    Mit einer Breite von 3 cm sind die Ladeböden zu breit für jeden TT-Wagen. Das ist gut so, denn so kann man die Bretter auf das exakte Maß jedes einzelnen Wagens zuschneiden. Aus den Resten kann man Beläge für weitere Wagen zusammenstellen, aber auch in der Landschaft Bohlenwege bzw. -übergänge zum Beispiel über die Gleise basteln.

    Der umlaufende Rand muss vor der Verarbeitung abgetrennt werden, was leicht ist, da er nur zwischen den Augenlöchern mit dem Bretterbelag verbunden ist (also sehr sauber vorgeschnitten wurde).

    Die wenigsten Wagonmodelle haben einen realistischen Wagenboden. Abhilfe schaffen hier die Ladeböden der Firma moebo. Ich hatte dazu auf einem Stammtisch Modelle mitgebracht und hier dazu einige Bilder. Die Ladeböden sind aus Karton und mittels Lasercut zugeschnitten. Ich empfehle einfach die größten zu kaufen, denn aus den Resten kann man weitere Wagen zurüsten. Der Zuschnitt ist leicht mit einer Papierschere erledigt, wer hat, nimmt eine Hebelschere. Die meisten meiner Böden sind nicht eingeklebt, aber falls dies nötig ist, nehme ich Fixogum dazu.


    Da Hädl öffnungsfähige Türen bei seinen Modelle einbaut, habe ich das gleich auch mal dort ausprobiert. Die Holzimitationen passen meiner Meinung nach besser, als die grauen Plastikteile, die Hädl dort serienmäßig verbaut.

    Der Boden im Bauzugwagen entstand aus Resten. Er lässt sich einfach in die Halterung des originalen Plastikteils einklipsen.

    Da der Ladeboden auch noch dünner ist als das originale Plastik, kommt der Boden so auch "runter" (Die Ladung "Säcke" ist von Hädl, gehört aber nicht zum Lieferumfang).

    Nicht falsch verstehen, mich interessiert nur, ob es den so gab. Mir gefällt er so wie er ist und ich denke, jeder so sollte das so machen, wie es ihm gefällt. Ich bekomme auch keine Anfälle, wenn jemand in einem Zug eine Wagennummer doppelt hat oder eine Epoche IV-Lok einen Epoche III - Wagen am Haken hat.


    Bilder des Traditionsfahrzeugs kenne ich.

    Ein interessantes Modell eines S4000, aber gab es den wirklich so? Das einzige mir bekannte Vorbild entstand erst nach seiner Einsatzzeit, hat einen schwarzen Grill und die Rundumleuchte nicht auf dem Dach, sondern auf dem Kehr-Aufbau.

    Ich weis nicht, was deine ständigen Entschuldigungen hier sollen, denn deine Modelle sind bestimmt nicht nur für mich absolut sehenswert und beeindruckend. Wir sollten nicht vergessen, dass das TT ist und die Fahrzeuge sich unter einer Streichholzschachtel verstecken könnten, so klein wie sie sind. Die Vergrößerung auf den Fotos zeigt zweifellos kleinste Fehler, aber genau das sind sie auch: kleinste Fehler, die man sonst ohne Lupe gar nicht erkennt. Und nach meiner Beobachtung haben die wenigsten Modellbahner neben ihrer Anlage ein Rasterstrahlelektronenmikroskop zur Modellbegutachtung stehen (auch wenn einzelne so auftreten).


    Wenn hier also ernsthafte Kritik kommt, dann fasse das bitte nicht als Veriss auf, sondern nur als Hinweis, der sich am hohen Niveau des Gezeigten orientiert.

    @rklemmi

    Das hat nur wenig mit der ČSD zu tun, auch in Deutschland waren diese Bahnsteige weit verbreitet. Es kommt halt auf die Epoche an. Die DB hat schon aus Sicherheitsgründen die Bahnsteige angehoben und befestigt, zudem wurden sie dramatisch kürzer. Die Inselbahnsteige verschwanden bei den Nebenbahnen, da die kleinen Bahnhöfe zu Haltepunkten degradiert wurden, niemand mehr dort rangierte, kein Sperrgepäck und keine Ladung mehr bewegt wurde und es auch keine Güterzüge mehr gibt, die man überholen könnte.

    Aber noch in Epoche IV gab es diese Bahnsteige bei der DR, dazu kleine Güterverladungen (Holzhandel, PGH, LPG), der Güterschuppen wurde noch bedient und die Bahn hatte noch eine Gepäckbeförderung.

    Hier mal ein Beispiel: Das ist der Bahnhof in Gräfenhainichen 1982. Es werden gerade die Fahrräder einer Schulklasse entladen, die dorthin ihre Klassenfahrt aus Thüringen machte. Die Strecke ist die absolute Hauptstrecke der DR in Epocche IV. Dort fuhr der Städteexpress und Interzonenzüge auf der Trasse Berlin-Halle-Frankfurt. Gräfenhainichen war damals eine Kreisstadt mit Industrie und dennoch sieht der Bahnhof aus, als stünde er im tiefsten Brandenburg oder der Börde an einer Nebenbahn und nicht an einer Transitstrecke.

    Irgendwie eine komische Vorstellung, wenn man bedenkt, dass hier jederzeit am Hausbahnsteig ein Interzonenzug in ozeanblau-beige mit Vollgas durchrauschen könnte. Das dürfte jedem Sicherheitsbeauftragten von heute nicht nur die Haare zu Berge stehen lassen.

    Darauf kannst du keine einzig richtige Antwort bekommen. In Brandenburg gab es kurze Bahnsteige mit einer Bahnsteigkante und sonst nur Sand und sonst gar nichts. Die meist eingleisigen Kleinbahnen brauchten nicht viel mehr und Hektik oder Termindruck gab es nicht.

    Auch in Thüringen gab es kleine Bahnhöfe an sogar zweigleisigen Strecken, die später nur noch Haltepunkte waren und mitunter sogar ohne Weichen auskamen. Auf jeder Seite der Trasse gab es da einen nicht gar so langen befestigten Bahnsteig und eine noch einiges längere Bahnsteigkante, mehr aber auch nicht. Typische Beispiele dafür sind Dörrberg an der damals zweigleisigen Hauptstrecke durch den Brandleitetunnel, aber auch Martinroda oder Geraberg an der zweigleisig geplanten aber immer nur eingleisigen Hauptstrecke Arnstadt-Ilmenau. In Martinroda gab es sogar ein paar Weichen.

    Auch an der Trasse liegt Plaue und dort baute man einen großen Bahnhof, da dort die Trassen nach von Arnstadt nach Ilmenau und Suhl (damalige Ferntrasse Berlin-Basel) sich trennten. Plaue hat drei Bahnsteige und der Mittelbahnsteig ist ca. 6 m breit und war mal 300 m lang. Die Breite war auch nötig, weil damals eine trockene Unterführung zum Hausbahnsteig führte (die nach der modernen Sanierung bei Regen regelmäßig absäuft - na die Feuerwehr ist gleich um die Ecke). Von den einstmals 10 Gleisen sind heute aber nur noch drei übrig. Der Werksanschluss zur Ziegelei und die beiden Güterverladungen sind weg.

    Kurz: Die Anforderungen und Betriebsabläufe haben sich in den letzten 150 Jahren sehr verändert. Es gab und gibt kleine Haltepunkte mit nur wenigen Metern befestigter Bahnsteiglänge genauso wie es große Bahnhöfe an der gleichen Trasse gibt, obwohl die zugehörigen Orte dafür nicht den Grund liefern (Plaue war nie mehr als eine Kleinstadt und hatte nur kleine Unternehmen zu bieten).

    In England fand die industrielle Revolution früher statt. Somit war dort Eisen und Stahl als Träger bzw. Baustoff früher und vor allem leichter verfügbar als in Deutschland. Stahlträger kosteten im 19. Jh, der guten alten Gründerzeit, aus der solche Fabrikgebäude gerne stammen, noch viel Geld und er war schwer zu transportieren. In England hatte man frühzeitig ein dichtes Eisenbahn- und Schifffahrtskanalnetz, auf welchem man die Träger transportieren konnte, in Deutschland damals eher nicht. Das bescherte uns in Deutschland solche imposanten Fehlkonstruktionen wie die Göltzschtalbrücke, als man auf der Insel längst Erfahrungen mit Stahlkonstruktionen hatte.

    Auch später litt Deutschland immer unter seiner Rohstoffarmut, was uns bis nach dem Krieg viele steinerne Brücken z.B. beim Eisenbahnbau oder den Autobahnen bescherte. Mit gebrannten Ziegeln hatte man reichlich Erfahrung. Im Gegensatz zu Natursteinen waren Backsteine nicht nur in Norddeutschland leicht verfügbar und auch sonst billig zu haben. Ganze Stilepochen wurden nach ihr benannt: die Backsteingothik zum Beispiel. Ab dem 18. Jh. konnte man zum Beispiel Kirchen oder ihre Erweiterungen aus Backsteinen quasi im Katalog bestellen. Ein Beispiel dafür ist die Lutherkirche in Apolda.

    Industrielle Zweckgebäude entstanden deshalb ab der Gründerzeit zumeist aus billigen Backsteinen, was den Erbauern damit einen reichen Erfahrungsschatz bescherte. Stahl und Steine haben hingegen mitunter unterschiedliche Ausdehnungskoeffizienten, was ihre Verbindung immer schwierig werden lies.

    Der Gebäudesockel war in Deutschland auch ein wichtiges Stilelement. Er war nötig, weil nicht nur in Deutschlands Tiefebenen der Grundwasserspiegel sehr hoch ist. Deshalb gibt es in Meckelburg ja auch kaum Keller in alten Gebäuden auf dem Lande. Die waren immer feucht und somit als Lagerraum für Lebensmittel unbrauchbar. Mit dem Gebäudesockel wurde eine Wassersperre in den Wänden verbaut, ganz gerne bei kleineren Gebäuden einfach so, dass man in ca. 80 cm Höhe (außerhalb des Spritzwasserbereiches) eine Lage Teerpappe ins Mauerwerk einbaute.

    Bei einstöckigen Torhäuschen kann man das so machen (auch wenn jeder Maurer da mit den Augen rollt), ich hatte eher das Fabrikgebäude im Hintergrund gemeint. Fensterbänke erkenne ich aber auch beim Torgebäude.

    Tatsächlich wurde beim Vorbild auch schon mal auf den Fenstersturz verzichtet, wenn Metallrahmen für die Fenster zum Einsatz kamen oder T-Träger eingemauert wurden. Letztere sind von außen nicht immer erkennbar.