Also, etwas voreingenommen waren wir schon als wir die Einladung nach Palanga (Polangen) in Litauen annahmen.
Wie kommt man dahin. Als erstes fiel mir natürlich die Eisenbahnfähre Mukran - Klaipeda ein - Pech gehabt. Seit Oktober 2013 offiziell eingestellt und nur noch sporadisch in Betrieb. Fahren wir durch Polen? Dann ist wenigstens eine Übernachtung fällig und ein Umweg um die Oblast Kaliningrad (Königsberger Gebiet) welches zu Russland gehört und visapflichtig ist. Also bleibt noch die Fähre Kiel - Klaipeda (Memel).
Reisen in eine ehemalige Sowjetrepublik? Davon ist heute zumindest in den städtisch geprägten Gebieten (außer einigen Bauruinen und Wohnburgen) kaum noch etwas zu sehen. Litauen als erstes baltisches Land hat sich schnell an die Gepflogenheiten in Europa angepasst. (leider auch bei Parkgebühren und Kulturabgaben) Wolgas, Ladas und andere russische Fahrzeuge sucht man fast vergebens. Auch die Bahnanlagen im Gebiet um Klaipeda (Memel) machen einen ordentlichen Eindruck. Angenehm überrascht war ich von der Sauberkeit auf den Stationen. Keinerlei Schmierereien. Sehr viel privater Sicherheitsdienst und Kameras an vielen Stellen, besonders auch in Einkaufszentren, welche mitunter riesige Ausmaße annehmen. Aber nun möchte ich Euch an unseren Begegnungen mit der Litauischen Eisenbahn teilhaben lassen.
Im Vorfeld haben wir uns auch ein wenig im Kieler Ostuferhafen umgesehen.
Auch hier werden Frachten mit der Eisenbahn angeliefert bzw. abgeholt. Nur, wie kommen die aufs Schiff? Natürlich mit umladen! Container kommen auf Rollpaletten mit Vollgummirädern.Um das zu umgehen hatte man eigentlich mal Eisenbahnfähren erfunden und betrieben. Die Auflieger und Container werden dann einzeln mit speziellen Transportfahrzeugen auf's Schiff gebracht und verzurrt.
In wenigen Minuten werden wir uns der Botnia Seaways anschließen und durch die Kieler Förde auslaufen.
Und nun zum eigentlichen Thema:
Museal aufgestellte Dampflok neben dem EG von Klaipeda
Im Unterschied zu deutschen Loks sitzt die Kurbel auf einem runden Kurbelzapfen und ist verstiftet.
Auch sind überall Schmiernippel (Kugel?-Rollenlager?), statt der in Deutschland üblichen Ölbehälter auf den Stangenlagern.
Die Auslegung der Steuerung in der Schwinge wird mit Dampfkraft unterstützt.
Die Zylinder haben eine Zentralschmierung, welche über die Steuerung angetrieben wird. (kein Foto)
Fortsetzung folgt...